Entstehung unseres Handwerks
Das Maler- und Lackiererhandwerk gehört zu den ältesten Bau-
und Gestaltungshandwerken. Seine Wurzeln reichen bis in die
Antike zurück, als erste Handwerker Wände mit mineralischen
Farben dekorierten und Schutzanstriche aufbrachten. Im
Mittelalter bildete sich das Handwerk stärker heraus: Maler
wurden in Zünften organisiert, welche die Ausbildung,
Qualitätsstandards und Arbeitsbedingungen regelten. Neben
reinen Schutzanstrichen spielten dekorative Techniken wie
Fresken, Ornamentmalerei und Vergoldung eine bedeutende
Rolle.
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert veränderte
sich das Handwerk grundlegend. Neue Materialien – etwa
industriell hergestellte Farben, Lacke und Lösungsmittel –
erleichterten die Arbeit und machten Anstricharbeiten haltbarer
und vielfältiger. Gleichzeitig entstanden spezialisierte
Berufsbezeichnungen und eine systematische handwerkliche
Ausbildung.
Im 20. Jahrhundert entwickelten sich weitere technische
Fortschritte: Spritzlackiertechnik, Kunstharzlacke,
Dispersionsfarben und moderne Fassadenbeschichtungen
erweiterten das Tätigkeitsfeld. Das Handwerk übernahm zunehmend
Aufgaben im Wärme-, Feuchte- und Korrosionsschutz. Auch
dekorative Techniken wie Lasuren, Spachteltechniken oder
Illusionsmalerei blieben ein wichtiges
Gestaltungselement.
Heute umfasst das Maler- und Lackiererhandwerk ein breites
Spektrum: vom klassischen Innen- und Außenanstrich über
Fassadendämmung bis hin zu anspruchsvollen Lackierungen, sowie
Bodenbeschichtungen. Moderne Themen wie Nachhaltigkeit,
ökologische Farben, Energieeffizienz und digitale Farbplanung
spielen eine immer größere Rolle. Damit verbindet das Handwerk
traditionelles Können mit zeitgemäßer Technik und gestaltet
sowohl Wohn- als auch Arbeitsumgebungen funktional und
ästhetisch.

